Liudger

Der Hl. Liudger[1],

der Namenspatron unserer Schule

*~742  +26.03.809)

 

a_liudgerStatue

Der Hl. Liudger ist der Namenspatron unserer Schule. Er ist Zeitgenosse Karls des Großen (~800 n. Chr.). Liudger wurde um 742, das genaue Datum kennt man nicht, in der Nähe von Utrecht im heutigen Holland geboren und stammt aus einer alten friesischen Adelsfamilie.

Von frühen Kindesbeinen an, so wird berichtet, verspürte Liudger eine Berufung zum Studium und zum Wirken für Gott. Insbesondere war er vom heiligen Bonifatius beeinflusst, dem Apostel der Deutschen, den er im Alter von 11 Jahren als greisen Missionar[2] noch erleben durfte. Diese Begegnung festigte seinen Wunsch, von der Kirche ausgebildet zu werden. Die Eltern erfüllten dieses Ansinnen und legten die Verantwortung für die weitere Ausbildung Liudgers in die Hände des Abtes[3] Gregor von Utrecht. Im Jahr 755 kam Liudger in die Schule des Utrechter St. Martinsstiftes. Zwölf Jahre lang wurde der junge Mann in der Utrechter Stiftsschule ausgebildet. Danach ging er nach York in England, um unter Alkuin[4] sein Wissen weiter zu vertiefen. In York empfing Liudger auch die Diakonenweihe[5]. Nach fast sechs Jahren des Studiums kehrte er in seine friesische Heimat zurück.

Zum Priester geweiht wurde er in Köln (777), um dann als einheimischer Missionar nach Friesland zurückzukehren. Anlässlich einer Reise nach Rom lebte er zwei Jahre bei den Benediktinern in Montecassino in der Nähe von Rom und hat dort wohl auch Kaiser Karl den Großen persönlich kennengelernt. Um 785 – politische Unruhen in Friesland hatten ihn vertrieben – wirkte er als Missionar im Münsterland. Auf seinen Missionsreisen zu den heidnischen Friesen gründete Liudger einige Stützpunkte an der Ems. So entstand auch Emsbüren. Um 800 bekam er von Karl dem Großen den Königshof in Emsbüren geschenkt, den Richthof. Dieser Hof befand sich nördlich der Kirche.

Am Ort des von ihm aufgebauten geistigen Zentrums, einem Dom („Münster“) und einer Schule, bildet sich später die nach dem Münster genannte Stadt. 805 wird er erster Bischof Münsters.

Liudger starb auf einer Visitationsreise[6] am 26. März 809 in Billerbeck. In Werden (an der Ruhr) ist er beerdigt.

Der Hl. Liudger wird häufig mit Wildgänsen abgebildet. Diese Darstellung geht auf eine Legende zurück, nach der er Wildgänsen, die die Ernte bedrohten, befohlen hatte, in einen Stall zu gehen. Belegt ist aber Liudgers Liebe zu Büchern und sein Streben nach Bildung. Auch aus diesem Grunde ist er auch der Namenspatron unserer Schule geworden.

[1] Der Name Liudger entstammt dem althochdeutschen und bedeutet: Speer des Volkes. Liut = das Volk, die Leute; ger = der Speer.
[2] Verkünder des Glaubens in nichtchristlichen Gebieten
[3] Leiter eines Klosters
[4] Berühmter Gelehrter im Mittelalter in England
[5] Ein Diakon war eine Vorstufe zum Priester.
[6] Bischöfe besuchten immer wieder einzelne Pfarreien bzw. Gemeinden. Eine solche Reise nennt man „Visitation“, Besichtigung